Mit Phyllis

5. März 2008

ICH & ICH

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Jetzt ist es soweit, ich habe das Unmögliche soeben höchst zufriedenstellend vollbracht. Ich bin mit einer Figur, die neben der nachtblauen Marmortreppe versteckt, kaum zu erkennen gewesen war, aus der Halle in das tosende Windfeuer hinein gesprungen. Ein blutender Fuss und eine klaffende Kopfwunde - das war der Tribut, den ich Hekate, zu meinem Entsetzen, hatte zu bringen.

Wie von Sinnen habe ich mein Schwert fester umfasst, in der Klinge spürte ich die andere Seite deines Seins. Eine Seite, die Hekate uns nie gelehrt hatte. Unten der Himmel, oben die Hölle, meine Zunge Klinge, mein Körper Hülle.

Ich bin Geist, der ruhelos im Krieg des Lotos Gut und Böse vermischt, mit den anderen Zutaten einer anderen Welt sich selber schmückt. Was ich 2.003 im Ausnahmezustand von mir in deinen Büchern beschrieben hatte, war niemals und immer die Realität. Diese Minuten waren Jahre in meinen Erinnerungen. Der Lotos sprießt. Seine Blütenblätter gleichen nichts und niemanden, so wie auch du und ich einzigartig sind in Farben und Klängen.

Was kann ich essen? Gold? Schnee? Möchtest du etwas aus den Kellern? Einen Kelch mit weißem Glücksgift oder lieber einen Frühstücksclown?! Jahrgang 2.011? Oder 600 vor Christi? Die Zeit schweigt, geht von dannen. Ich wiege die Schuld, die auf dem Gesicht meiner Spiegelseele ruht und greife durch die Schwere. Mehr noch, meine Hände werden zu einbetonierten Klötzen. Dein Atem aber strömt lebendig durch mein Nackenhaar, besänftigt meine pulsierende Schlagader - Hekate - ich brauche mehr davon. Du wirst mich überall berühren, weil ich überall bin jetzt …

Starr und stumm - die Figur aus dem Theater an Venezias Ufer, als Beute war sie nicht für mich gedacht, ich schlich mich an die nachtblaue Marmortreppe und wartete auf die Katzenfrau, die meinen Lotus würde küssen, zerpflücken, erneut zum Aufblühen bringen würde; aber statt dessen erschienst du, Erinnerung, ohne Scheu und ohne Kleider, mit blutendem Fuss und einer klaffenden Wunde auf dem Kopf. Ich & Du, Geister aus

 

(ich werde müde, Phyllis …)

 

Ja, ich auch

Ich sag dann mal gut Nacht!

 

NACHT&TRAUM ;)

 

Kapitel 12: Schluss. Mit den Kanonieren

2. Oktober 2007

(wieder draußen bei der Kanone)

Schröder: Was hat er gewollt, der Chef?

Schulz: Er meinte, wir sollen sie “eliminieren”. Aber, ehrlich gesagt, ich weiß nicht genau, was er damit gemeint hat …

Schröder: Das wird noch ein schlimmes Ende nehmen … ich glaub, ich such mir einen neuen Job.

Schulz: Jetzt mach´ dir nicht gleich ins Hemd, bist doch sonst nicht so pessimistisch! Wir erledigen den Auftrag - wie immer. Wir sind doch ein Team!…oder etwa nicht?

Schröder: Vielleicht steh ich auf der Leitung. Wen meint er denn mit “sie”? Die blonde Schnalle, nehm ich an?

Schulz: Achso? Aber welche blonde Schnalle? Das waren doch zwei, wenn ich mich recht erinnere…Eine hatte einen Hut auf, die andere nicht…Glaubst du wirklich, er hat dabei an Weiber gedacht…der Chef?

Schröder: War nur ein Scherz. Die Kanone wird er meinen. Oder?

Schulz: Die Kanone eliminieren…hast du eine Idee, wie wir das machen? Sollen wir sie zum Schrotthändler bringen? Bei Ebay verkaufen?

Schröder: Na ja, ich könnte sie mir auch gut in meinem Garten vorstellen.

Schulz: Ja, umfunktioniert als Springbrunnen. Gar nicht so übel! (lacht)

Schröder: Was anderes - hat der Typ dich auch schon hypnotisiert? Die Belegschaft ist völlig begeistert …

Schulz: Und du? Warst du auch begeistert von dem Budenzauber?

Schröder: Hey, das war schon irre. Ich … das hätte ich nicht gedacht. Der hat echt einen Schatz aus mir gehoben. Auf einmal bin ich reich - Millionär, ach was, Milliardär! Wenn ich das früher gewusst hätte …

Geschützt: Chat One Testversion

18. August 2007

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Kapitel 2: Machtspiele

11. Juni 2007

1: Sag mal, hast du das auch gehört?

2: Ja, ich bin ja nicht taub.

1: Das du dich immer gleich angegriffen fühlst! Ein einfaches “Ja” oder “Nein” ist wohl nicht möglich?!

2: Da! Schon wieder!

1: Nein, das war jetzt Donner. Vorher, das war was anderes. Aber das ist auch typisch, dass du vom Thema ablenkst.

2: Du hast völlig Recht!

1: Ach, jetzt kommt wieder die “Du-hast-recht-Masche”, bloß weil du keine Lust hast, zu diskutieren. Ich schreibe das übrigens ins Protokoll. Wie spät war es, als das Geräusch war?

2: Was für ein Protokoll?

1: Weißt du doch! Das Lärmprotokoll. Wie sollen wir diesem neureichen Schnösel sonst beikommen?!

2: Der erledigt sich selbst, wirst du sehen.

1: Deine Geduld möchte ich haben! Nein, solchen Leuten muss man zeigen, dass sie nicht machen können was sie wollen. Wo leben wir denn?!

2: Du geht ihm auf den Leim. Viel klüger ists, andere vorzuschicken. Ich bin da gerne mal feige … Mensch, beruhige dich! Wenn man eine Intrige spinnen will, braucht man vor allen Dingen einen kühlen Kopf!

1: Ach, na wunderbar! Du traust mir nicht zu, mit dem fertig zu werden! Und außerdem hast du mir immer noch nicht gesagt, wie spät es war. Und das ich vor vier Jahren erfolgreich verhindert habe, dass diese Familie hier einzieht, hast du wohl schon vergessen. Dieses Rumsen vorhin, weißt du überhaupt, was das war?

2: Die Bengels vom Doc werden wieder mit den Feuerwerkskörpern spielen …

1: Von wegen Feuerwerkskörper! Das waren Böller aus einer Kanone, meine Liebe. So ein Ding könnte uns das Dach wegfetzen. Und die Bengels vom Doc nehme ich mir auch noch vor, darauf kannst du dich verlassen.

2: Ach, haben die jetzt eine Kanone? Ist das gerade in Mode oder was?

1: Was weiß denn ich… Marotten sind das, nichts als Marotten. Genau wie sich einer einen Bunker als Wohnung und privates Museum ausbaut. Hast du das Ding denn noch nicht gesehen? Du bist doch immer mit dem Hund unterwegs.

2: Was hast du gegen einen Bunker? Ist doch irgendwie … naheliegend? Wenn man sich so umschaut in der Welt … ich denke, eines Tages werden die Menschen nur noch in Bunkern wohnen. Die, die es sich leisten können. Die anderen, tja … ich hätte nichts gegen einen Bunker, Schatz! Einen aus viel Glas, wo man trotzdem noch schön rausschauen kann. Mhm, du sagst gar nichts mehr?

1: Juliane, abgesehen davon, dass ich diesen Gedanken vollkommen absurd finde, weißt du genau, dass wir uns momentan keinen Bunker leisten können.  Und wenn, dann nur einen kleinen. Aber das ist doch jetzt auch komplett unwichtig, herrgott nochmal! Da schießt einer mit Kanonen, wegen ein paar dämlichen Enten muss ich einen neuen Ankerplatz suchen, der Vereinsvorsitzende wird neu gewählt und du…ach, lassen wir das.

2: Was für Enten?

1: Enten, Schwäne oder meinetwegen Flusspferde. Jedenfalls dieses Viehzeug, dass die Ökofuzzis an unserem Ankerplatz entdeckt haben wollen. Und nun soll ICH deswegen das Nachsehen haben! Ich weiß nicht, was in diese Leute gefahren ist. Das sind doch keine Relationen mehr!…Übrigens, der Hund muss raus. Bei der Gelegenheit könntest du gleich mal gucken, ob du die Kanone entdecken kannst. Vielleicht siehst du was. Ich habe jetzt noch andere Dinge zu erledigen.

2: Nö, keine Lust. Soll er doch im Garten spielen. Die Kanone interessiert mich nun wirklich nicht … was hast du noch zu erledigen?

1: Juliane, Liebling, du weißt, dass ich es überhaupt nicht mag, wenn der Hund in den Garten macht. Es ist schließlich DEIN Hund …und wenn ich im Garten da was von ihm finde…bei aller Liebe… Also bitte…Um die Kanone werde ich mich selbst kümmern. Ist sowieso besser…Was kochst du heute Abend? Ich habe jetzt gleich eine Verabredung mit Wolfgang vom Golf-Club. Wegen der Wahl. Ich würde ihn dann gern zum Essen mitbringen. Ist dir doch sicherlich recht, oder? Was schaust du wieder so bedrippelt? Hab ich mal wieder was falsch gemacht?

2: Wolfgang? (wird rot) Und das sagst du mir erst jetzt? Mein Haar ist nicht gemacht, und überhaupt! Nee, das schaff ich nicht. Geh du mal schön mit ihm ins Restaurant.

1: Aber ich hab dem Wolfgang doch schon gesagt, dass wir hier zusammen zum Abend essen. Und deine Haare? Das geht doch so. Ist doch nur der Wolfgang. Der guckt da nicht so genau… Hoff´ich zumindest (lacht über seinen eigenen Witz). Also komm, wie stehe ich denn sonst da…

2: (zupft sich das Haar zurecht) Das machst du doch sonst nicht, einfach so deine Freunde mitbringen … aber wehe, ihr quasselt dann nur über euer Handicap. Ich kenn euch doch!

1: Siehst du, so mag ich dich! (gibt ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange). Also bis nachher!…Und über die Handicaps reden wir noch! (setzt eine strenge Miene auf).

Experimenteller Dialog #1

5. Juni 2007

1:    Salut!

2:    Salut? Was heißt hier Salut?

1:    18 Schüsse, Anordnung von oben. Ich weiß auch nicht, wofür.

2:    Dacht´ich mir´s doch! Keine Begrüßung, sondern gleich Kanonen für die Spatzen.

1:    (müde) Ich sage nur: Hierarchie … und warte, dann noch das: (lauter) HIERARCHIE! … Davon kann man nicht genug bekommen. Und wie oben, so auch unten. Die Hierarchie ist überall. Auch da, wo man sie am wenigsten vermutet - ja gerade dort! Schau nur dort hinüber. Wo der Wald an das Grün angrenzt. Die haben den Rasen gemäht, stimmts? Den Rasen! Darüber kannst du lange meditieren. Ich meine, was so ein Rasen eigentlich ist. Von seiner Natur her, wenn du verstehst, was ich meine. Du versteht mich doch? (wischt sich die Stirn) Bei dieser Hitze auch noch über Hierarchie reden müssen, ist eine Strafe … und dahinter, wo das Grün aufhört, was siehst du dort? Meine Augen sind unscharf, und auch dieses verdammte Fernglas. Alles ist unscharf, das kommt natürlich nur von … der Hierarchie! Man bekommt Schärfeprobleme. Sehschärfeprobleme. Vom ständigen Fokussieren. Es überanstrengt die Sehmuskeln. Ja, sag nichts, ich weiß schon, dass die Herren Doktoren behaupten, das Fokussieren trainiert die Augen. Mich ermüdet es … was ist das nur dort hinten, wo der Rasen aufhört? Es sieht aus wie ein riesiger … Trichter? Nein, unmöglich …

2:    (lehnt sich entspannt zurück) Also was du wieder redest! Was hat denn bitte schön der Rasen mit Hierarchie zu tun? Nein, erkläre es mir nicht! Bloß nicht! Hierarchie, Monarchie, Demokratie - dieser ganze Quark ist doch zu nichts nütz. Sieht man ja, was man davon hat: Schärfenprobleme. Tiefenschärfe fehlt allerorten, so ist es doch! Da wird geschossen und keiner weiß warum und weshalb. Und was das kostet! (wird etwas rot im Gesicht). Was sagst du? Achso, der Trichter. Ja, der. Ich weiß schon. Geh da bloß nicht hin! (blickt nachdenklich).

1:   Also dieser Trichter da muss neu sein. Nicht wahr, der Trichter ist neu? Wer hat ihn aufgestellt, und wozu?

2:   Ob du es glaubst oder nicht, ich sage dir was, das wissen nur die Alten: der Trichter da, der ist nicht neu. Er ist schon lange da. Man konnte ihn nur vorher nicht sehen. Er war verdeckt. (Blickt sich um).  Es heißt, wer dem Trichter zu nahe kommt, der glaubt hinterher alles, was man ihm sagt.

1:   Mann, ist das heiß. (wischt sich die Stirn)

2:   Und ob. Die Suppe läuft einem runter. Nen Bier?

1:   Ha ha ha! Der war gut! … So leicht geh ich dir nicht auf den Trichter … übrigens eine köstliche Idee. So ein Trichter würde die Welt verändern.

2:   (schnaubt durch die Nase): Du glaubst mir nicht,  was? Sieh dich doch nur mal um: hat sich denn die Welt etwa nicht verändert?

1:   Ich weiß nicht, was du meinst.

2:  Glaubst du denn, die 18 Schuss entstammen freiem Willen?

1:   Die Order kommt von ganz oben, vom Boss persönlich. Pass auf, wenn der merkt, dass du hier heimlich Bier schnosselst … das gibt Ärger! (wischt sich die Stirn) Eine Affenhitze! Das sollte man verbieten! Man kann nicht mehr klar denken. (geht zur Kanone) Ob das Ding überhaupt noch funktioniert?

2: Was kümmerts mich (brubbelt vor sich hin). Affenhitze, ja ja. Wie im Urwald ist das hier (brubbelt immer noch vor sich hin). 18 Schuss mit diesem alten Ding, wenn das man nich nach hinten losgeht! Hinterher wills wieder keiner gewesen sein.

1: (reinigt das Kanonenrohr mit einem großen Putzer) Weißt du schon das Neueste?

2: Nee, weiß ich nicht.

1: Der Koch ist in Streik getreten. Die werden ihn feuern, jede Wette. Aber darauf legt er es wohl an. Das ist auch so ein Taktiker. Vermutlich hat er schon eine neue Stelle in Aussicht. Der kann pokern, der hat Nerven! Ich spiele nicht mehr mit ihm, der könnte wohl vom Pokern leben. Der sieht alles nur noch als Pokerspiel an … soll er doch gehen! Dann kommt eben ein anderer. In der Kantine ändert sich ja doch nichts … die könnten selbst einen Clown einstellen. Es gibt nicht viele Dinge auf Erden, die sich nicht ändern. Aber die Kantine gehört dazu. Definitiv … was ist? Du bist so still?

2: (schaut vor sich hin). Ja, ich musste gerade daran denken, wie ich selbst einmal…an den Trichter…was ich da hörte und wie mir geschah. Ich habe es noch nie jemandem erzählt. Es hätte ja auch keiner wissen wollen.  Die Leute glauben nur, was sie sehen…Ach und der Koch geht weg? Na, mir solls recht sein.  Die könnten mal eine Frau einstellen. Na, wie wäre das?…Wie lange willst du da eigentlich noch putzen?

1: Das verdammte Scheißding hat sichs redlich verdient …  und du weißt ja, wenn so ein Rohr nicht sauber ist, dann …

2: Sieh zu, dass du fertig wirst. Da braut sich was zusammen. (steht auf und klopft sich die Jackenärmel ab)

1: Wieso eine Frau?

2: Na, das brächte wohl ein bisschen Leben und frischen Duft in den Mief hier…(guckt sich um) Ach, was rede ich. Aber man wird sich ja wohl noch was wünschen dürfen. (öffnet eine Holzkiste). “Na, meine Süße, jetzt wollen wir dich mal auf die Reise schicken!”. …Ach, du heiliger Strohsack…! (reißt die Augen auf.)

1: Was ist?

2: (Lässt die Kugel fallen und schlägt die Hand vor Mund und Nase) Da ist ein Kopf in der Kiste! (schlägt den Deckel herunter). ( in der Ferne das erste Gewittergrummeln).

1: Sag mal, wie viel Bier hast du eigentlich intus?

2: Mensch, das ist nicht lustig! Schau doch selbst mal nach! (hat die Kugel wieder aufgenommen und sich an der Mündung der Kanone postiert). (schaut nach oben): es fängt an zu regnen. Was machen wir, wenns regnet?

1: Dem Boss ist es egal, ob es regnet. Kennst du den Kopf? Ist das einer von uns?

2: Ich brauch einen Schnaps! Den Haaren nach ist es der Boss! Was machen wir denn jetzt?

1: Unsinn. Er hat mich vor einer Stunde angerufen. Ist bestimmt einer von seinen makabren Scherzen. Ein Wachskopf, nachmodelliert von diesem Künstler. Den mit dem Buckel, du weißt schon! Der Boss war ganz wild darauf, weiß der Teufel warum. Du glaubst mir nicht? Okay, dann hol ich ihn jetzt raus, den Kopf … siehst du? Nur ein Fake. So sind sie, wenn sie nach oben kommen: Irgendwann drehen sie durch. Machtbesoffen. Wie das mit den Salutschüssen. Die Nachbarn werden sich beschweren … aber weißt du was? Wir zielen auf diesen Trichter! Dann haben die mal einen richtigen Grund, um vor Gericht zu ziehen. Darauf warten die nur, glaubs mir … ja, ich weiß, was du denkst: dass er uns dann feuert. Wer ist schon so blöd und zielt auf den Trichter. Der Witz ist nur, dass der Boss genau das von uns will. Er hat zwar nicht Trichter dazu gesagt, aber er hat ihn gemeint. Denk ich. Na ja. Klar, bei seinem Humor kann man sich nicht sicher sein. War es ein Witz oder ein Befehl? Das muss eine Strategie von ihm sein …

2: Weißt du, was ich jetzt als erstes mache? Ich stopfe dieses verdammte Wachsding in die Kanone und lass es so richtig zerfetzen! So eine verdammte Scheiße! Am liebsten würde ich ihm seinen Schlund mit heißem Wachs ausgießen! Dieser Saukerl! Wofür hält der sich eigentlich? (nimmt den Wachskopf und versucht, ihn in das Kanonenrohr zu stopfen). Los, zünd an! 18 mal Salut. Dem zeigen wir es jetzt! Das ist m e i n e  strategie! Du kannst sagen, ich hätte dich gezwungen. Nun mach schon! (das Gewitter rückt näher)

1: (sieht zur Uhr) Nur die Ruhe. Um 18:18 gehts los. Meinetwegen auch mit dem Kopf. Mensch, komm wieder runter. Was denkst du denn? Ein echter Kopf? So weit sind wir nun doch noch nicht in der Firma.

2: “…da rollen Köpfe”…sagt man doch so. Und nun tu nicht so, als wäre das vollkommen ausgeschlossen! Ich habe schon ganz andere Sachen erlebt. Und die “da oben” schrecken doch vor nichts zurück. Aber du hast recht. (holt tief Luft). Vielleicht geb´ ich diesem Affen noch Zucker! Pah! Um 18.18 Uhr sagst du? Ist noch eine halbe Stunde. Aber wenns richtig losgeht mit dem Unwetter, wird es wohl nichts werden. Und was ist nun mit dem Trichter? Willst du ihn wirklich ins Visier nehmen? Oder kriegst du da auch kalte Füße?

1: Das Ding ist nur, dass wir den treffen müssen. Wir haben zwar 18 Versuche, aber …

2: Von 18 wirds wohl einer schaffen. Und wenn wir jetzt nichts mehr trinken…Ich hab da mal was gelesen, über die Piraten. Die haben zwei Kugeln mit einer Kette verbunden. Das hat sich dann gedreht beim Fliegen, wurde immer schneller und hat beim anderen Schiff gleich die halbe Schiffswand eingerissen…(schaut zum Himmel hoch) Lieber Gott, lass es schnell 18.30 Uhr sein. Dann ist alles schon vorbei und wir können nach Hause gehen. Nun guck nich so. Kommst du morgen mit zum Angeln?

1: Nur, wenn ihr ohne Elektronik fischt …

2: Was denn für eine Elektronik? Meinst du vielleicht, wir ziehen mit Laptop los und angeln uns Fische als Bildschirmschoner? Na, Spaß beiseite. Bist du bereit? Die Lunte hat schon Feuer gerochen. Lass es uns hinter uns bringen. (ein Blitz zuckt, ein gewaltiges Krachen folgt). Donnerlüttchen! He! Gleich beim ersten Schuss ein Treffer! Gratuliere! Jetzt lass mich mal…(nimmt eine neue Kugel aus der Kiste)

1: Du, das ist gar kein Trichter …

2: (stopft die Kugel in das Kanonenrohr, stopft nach, nimmt die Lunte) Wie? Kein Trichter? Ich kann gar nichts mehr erkennen! (reibt sich die Augen). Was ist das? Meine Augen…

1: Ich seh auch nichts mehr.

2: Das war´s dann wohl…

1: Wieder einer der Scherze vom Boss, jede Wette! Muss ja mächtig Spaß machen, Leute anzustellen, nur um sie … zu testen. Und zu verarschen. Nach Strich und Faden zu verarschen! Na ja, er kann sichs leisten … 

2: Man, das brennt vielleicht. Weißt du was? Ich mach jetzt Feierabend! Du kannst ja noch zu Ende schießen. Oder kommst du noch mit in die Wirtschaft?…Achso, du bist verabredet. Na dann…Salut.

1: Ja, salut!